Brennen und Jucken im Intimbereich

Jucken und Brennen im Intimbereich ist zwar eine unangenehme Missempfindung, aber wenn dies kurzfristig der Fall ist, zumindest meist harmlos. Wie auch bei anderen Empfindungen der Haut dient das Jucken meist lediglich als Schutzmechanismus. Der Juckreiz entsteht im Intimbereich durch unterschiedliche Botenstoffe des Körpers, beispielsweise Histamin oder Zytokine, wodurch von der Hautoberfläche eventuelle Parasiten, Brennhaare oder andere Fremdkörper entfernt werden sollen.

Ein lang anhaltendes, mittlerweile chronisch gewordenes Jucken und Brennen ist im Gegensatz zum kurzfristigen, akuten Juckreiz jedoch als Warnsymptom zu deuten, denn dies kann ein Anzeichen für eine Erkrankung sein.

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Was solltebeim Jucken und Brennen im Intimbereich beachtet werden?

Neben der Tatsache, dass möglicherweise eine behandlungsbedürftige Erkrankung die Ursache für das Jucken und Brennen im Intimbereich ist, kann ein ständiger Juckreiz einen Teufelskreis in Gang setzen, denn das starke Kratzen verringert zwar kurzfristig das Jucken, doch es fördert weiteres Kratzen.

Dadurch wird die Haut geschädigt und es entstehen entzündliche Hautveränderungen, wodurch sich der Hautzustand immer mehr verschlimmert. Am häufigsten tritt ein lang anhaltender Juckreiz im Intimbereich der Frau als so genannter Pruritus vulvae auf, häufig infolge von Pilzinfektionen.

Die Ursachen für Jucken und Brennen im Intimbereich

Ein Juckreiz im Intimbereich kann verschiedene Ursachen haben. Bei kurzfristigen Symptomen sind die Gründe oftmals harmlos. Ein länger andauerndes Jucken und Brennen kann beispielsweise folgende Ursachen haben:

  • Pilzinfektionen
  • Entzündliche Hautkrankheiten (allergisches Kontaktekzem beispielsweise bei einer Latexallergie durch Kondome oder einer Nickelallergie durch nickelhaltigen Intimschmuck)
  • Infektionen (sexual übertragbar oder nicht sexual übertragbar möglich), beispielsweise Gonorrhoe
  • Chlamydien oder Trichomoniasis
  • Genitalherpes
  • Krätze
  • Knötchenflechte
  • Filzläuse
  • Madenwurm-Infektion
  • gutartige Tumoren der Schweißdrüsen
  • Gebärmutterhalskrebs
  • Hormonelle oder Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus oder Eisenmangel
  • Östrogenmangel (z.B. in den Wechseljahren)

Jucken und Brennen im Intimbereich Diagnose

Der erste Schritt, um die Diagnose zu klären, ist die Befragung, wobei der Arzt beispielsweise wissen möchte, wie stark der Juckreiz ist und wann er auftritt, ob hormonhaltige Medikamente eingenommen wurden, Risiken für sexuell übertragbare Krankheiten bestehen oder Grunderkrankungen bekannt sind. Diese und weitere Fragen geben dem Arzt die ersten Hinweise auf mögliche Ursachen. Eine körperliche Untersuchung folgt zur weiteren Diagnose, wobei der Arzt die Geschlechtsorgane untersucht.

Bei Frauen wird die Scheide abgetastet und mittels Scheidenspiegel wird die Scheidenschleimhaut untersucht, um beispielsweise Entzündungen feststellen zu können. Ein Abstrich der Schleimhaut wird entnommen und unter dem Mikroskop wird er auf mögliche Erreger untersucht, beispielsweise Pilze oder Bakterien. Besteht der Verdacht auf eine Krebserkrankung kommen bildgebende Verfahren wie eine Ultraschalluntersuchung oder Computertomographie zum Einsatz.

Jucken und Brennen Therapie

Die eingesetzte Therapie ist grundsätzlich von der Ursache abhängig. Bei Pilzinfektionen hilft eine Salbe mit pilzabtötenden Wirkstoffen gegen den Juckreiz. Eine Bakterien-Infektion hingegen erfordert eine Antibiotika-Behandlung. Bei einer sexuell übertragbaren Infektion ist die Therapie unbedingt auch für den Sexualpartner wichtig, damit eine erneute Infektion ausgeschlossen werden kann.

Zur Therapie bieten sich auch Präparate mit Milchsäurebakterien oder Milchsäure an, um die Scheidenflora allgemein zu verbessern sowie Infektionen zu verhindern. Bei einem Östrogenmangel hilft eine örtliche Hormontherapie mit einer Salbe, die auf die Scheidenschleimhaut aufgetragen wird.

Wenn gleichzeitig eine Infektion mit Pilzen oder Bakterien vorliegt, können entsprechend wirksame Kombinationspräparate eingesetzt werden, das heißt Östrogene und Antibiotika. Ist eine andere Krankheit, beispielsweise Diabetes oder Eisenmangel die Ursache für das Jucken und Brennen im Intimbereich, muss die Grunderkrankung gezielt therapiert werden.

Lindernde Maßnahmen

Neben der ursächlichen Therapie sind auch allgemeine Maßnahmen sinnvoll, um den Juckreiz zu lindern. Es sollte alles unterlassen werden, was die Haut austrocknet. Das heißt beispielsweise, dass nicht zu häufig gebadet werden sollte und auch Saunagänge sollten vermieden werden. Zudem ist es wichtig, den Kontakt mit irritierenden Substanzen und Stoffen zu vermeiden, beispielsweise Kamille. Zum Waschen sind milde, nicht-alkalische Seifen, Dusch- und Badeöle oder rückfettende Waschsyndets empfehlenswert.

Vorsichtiges Abtupfen statt zu rubbeln ist wichtig. Die Wäsche sollte luftig und aus Baumwolle sein.

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